Archiv | April, 2015

Das Wort zum Sonntag

19 Apr

Das Leben ist kurz.

Ist der Tag vorbei, kommt er nicht wieder. Und alles, was wir an diesem Tag nicht begonnen, beendet, verändert oder gepflegt haben, ist einen Tag weniger wahr geworden.

Das wahre Leben, das bewusste Wagnis, die gelebte Dankbarkeit – das ist kein Kinderspiel. Und man kann es nicht imitieren. Wer Tomaten einkocht, um die Gläser zu fotografieren und nicht, um sich im Winter mit ihnen, einer Flasche Rotwein und guten Freunden den Sommer in die Küche zu holen, hat es nicht verstanden.

Die Wahrheit ist doch: Die, die ins Ausland zieht, nur um davon erzählen zu können, ist keine Abenteuerin. Die, die daheim bleibt, um das Leben aufzubauen, das sie wirklich will – inkl. Hund, Haus und Baby – ist es.

Aber so sind wir eben: Wir begreifen es nicht. Ein Drittel unserer Freizeit verbringen wir damit, in Büchern, Filmen und Serien nach Weisheit und Gänsehaut zu jagen. Um dann im Leben daran vorbeizugehen. Wir lassen uns gern inspirieren, aber nur, solange es nicht unser Leben betrifft. Die wenigen, für die das nicht gilt, wissen: Es lohnt sich zu springen. Wenn Springen das ist, was man will.

Wagen wir es, zu leben. Ob Motorrad in der Sahara oder Pastaglas im IKEA-Regal. Machen wir es für uns. Und feiern wir es jeden Tag. Denn eines ist sicher: Wir werden sterben, wahrscheinlich zu früh. Und dafür, dass wir das wissen und dafür, wie viele schlaue Bücher und Filme wir kennen, machen wir  immer noch eine ganze Menge Scheiße (mit)!

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